Vom Bau 1897 bis zur Pfarreierhebung 1921

So beschloss die Kirchenverwaltung am 21. 2. 1897, in Rosenberg eine eigene katholische Kirche zu bauen. Federführend für dieses mutige Projekt war der damalige Dekan Michael Graf aus Sulzbach. Am 23. 10. 1899 konnte die neue Kirche eingeweiht werden. Im selben Jahr zieht Expositus Georg Beyer in das Pfarrhaus ein. Er bleibt bis 1905 in Rosenberg. Weit schwieriger als die Sorge um genügend Plätze in der Kirche, war die Lösung der sozialen Probleme, die sich aus dem Zuzug ergaben. Eine Antwort darauf war die Gründung des katholischen Arbeitervereins im Jahr 1901, die heutige KAB. Im selben Jahr wurde auch erstmals ein Antrag auf Selbständigkeit als Pfarrei Rosenberg gestellt, der aber trotz wiederholter Anläufe erst 1921 verwirklicht werden konnte. Ebenfalls 1901 trat Dekan Kutschenreither die Nachfolge von Michael Graf an. Im Jahre 1905 kommt Franz Xaver Eckert als Nachfolger von Georg Beyer nach Rosenberg und bleibt bis 1913. Große Spannungen gab es in der Arbeiterschaft im ersten Jahrzehnt des noch jungen 20. Jahrhunderts. 1907 und 1908 kämpften die Gewerkschaften um höheren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen in der Maxhütte. Am 19.5. 1912 stirbt Frau Margarete Weiß aus Obersdorf. Sie und ihre Geschwister hatten sich große Verdienste beim Kirchenbau erworben. 6000 Reichsmark, die sie nach ihrem Tod der Pfarrei vermachte, waren ein wichtiger Grundstock für die Errichtung einer eigenen Pfarrei.
Weitere Bemühungen um die Lösung des sozialen Problems wurden 1913 unternommen. Am 1. Mai dieses Jahres gründete man den Elisabethenverein, dessen Hauptziel es damals war, die Betreuung der Kinder, Kranken und Sterbenden zu übernehmen.

Den Vorstand führte Expositus Franz Xaver Eckert. Ein Jahr später kamen zwei Drittordensschwestern für die Krankenpflege und den Kindergarten. Die Schwestern wurden In zehn Familien der Pfarrei abwechselnd verpflegt. Der Kindergarten war zu dieser Zelt in einem freien Schulzimmer im „weißen Schulhaus“ untergebracht.
Seit 1913 ist Dr. Johannes Markstaller Expositus in Rosenberg. Dunkle Wolken brauen sich 1914 über Europa zusammen. Ungewöhnlich viele junge Männer nutzen deshalb am 2. 8. dieses Jahres vor ihrer Rekrutierung den Sonntagsgottesdienst, um zu beichten und zu kommunizieren.
Während der Krieg wütet, geht das Leben in Rosenberg weiter. Im Jahr 1915 gibt es schon Geschäftsbeziehungen nach St. Ulrich in Südtirol. Zwei Engelköpfe werden repariert und bemalt, ein Jesuskindlein wird für Rosenberg geschnitzt. In seiner Rechnung schreibt der Schnitzer: „Ich empfehle mich auch ferner gütigem Wohlwollen.“
1917 werden angesichts der Materialknappheit in der Kriegswirtschaft die zwei großen Glocken vom Turm genommen, wofür es 3000 Reichsmark Abfindung gibt. Auch die neue Orgel wurde ihrer großen Zinnpfeifen beraubt, Dr. Markstaller schreibt im selben Jahr einen 20 Seiten umfassenden Brief an das Königliche Staatsministerium des Inneren und bittet um „gnädigste Gewährung“ eines Staatszuschusses von jährlich 8000 Reichsmark für die Errichtung einer Pfarrei in Rosenberg. Er schreibt, dass zur Zeit 65% der Rosenberger katholisch seien, „sogar die evangelischen Geistlichen sprechen von der Notwendigkeit der Errichtung einer katholischen Pfarrei“.
1918 geht der Krieg zu Ende. 59 Namen von Gefallenen musste Dr. Markstaller insgesamt in seine “Kriegschronik“ eintragen. Er schrieb: „Die ersten hungernden, ermatteten und vergrämten Soldaten kehren zu ihren erbitterten, hungernden und in schlechten Kleidern herumlaufenden Familien zurück“.
Ein Lichtblick in dieser Zeit ist die Gründung des katholischen Frauenbundes am 20. 3. 1920. Erste Vorsitzende ist Frau Peßerl, die Frau des damaligen Lehrers. Im selben Jahr kommt das elektrische Licht in die Kirche und in den Pfarrhof.
Ein Meilenstein der Gemeinde Herz-Jesu ist das Jahr 1921. Nach langem Hin und Her wird am 8. 2. die Expositur Rosenberg von Bischof Antonius von Henle zur Pfarrei erhoben.

(Text entnommen aus: Festschrift '100 Jahre Herz-Jesu-Kirche Sulzbach-Rosenberg')




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Die Pfarrei bis zum Kriegsende 1945