In 170 Ländern der Erde treffen sich am ersten Freitag im März Frauen um gemeinsam zu beten. So begingen auch in Rosenberg die katholischen und evangelischen Frauen gemeinsam diesen Weltgebetstag in der katholischen Kirche Herz Jesu. Im Mittelpunkt dieses ökumenischen Gottesdienstes stand das südamerikanische Land Chile, dessen Frauen das Motto „Wie viele Brote habt ihr?“ wählten. Gemeinsam trugen katholische und evangelische Frauen die Texte vor, in denen die Frauen aus Chile uns ihre Hoffnung, ihren Glauben und ihre Sorgen ans Herz legten.
Stellvertretend für die Menschen Chile begrüßten vier Frauen die Gottesdienstbesucher mit Texten und Bildern aus vier Teilen Chiles, den Norden mit der Atacama-Wüste, den Süden mit Vulkanen und fruchtbarem Land, die Osterinsel, die 4000 km von Chile entfernt im Pazifik liegt und aus der Landesmitte mit der Hauptstadt Santiago de Chile, wo auch letztes Jahr das große Erdbeben war.
Brot ist unser wichtigstes Nahrungsmittel, selbst in den ärmsten Häusern wird Brot als Zeichen der Gastfreundschaft miteinander geteilt. Brot miteinander zu teilen ist ein Zeichen von Solidarität und Hoffnung in Christus. Auch wir müssen uns fragen: Wie viele Brote haben wir?



Chile Der gestaltete Bereich, der das Land Chile darstellt



Zur Lesung wurde der Text aus dem ersten Buch der Könige gewählt, in dem eine arme Witwe ihr letztes Brot mit dem Propheten Elija teilt. Aus dem Markus-Evangelium wurde der Text von der Speisung der Fünftausend vorgetragen. Fünftausend Menschen waren gekommen um Jesus zu sehen. Jesus fragte seine Jünger: Wie viele Brote habt ihr? Es waren fünf Brote und zwei Fische. Jesus nahm die Brote, brach sie und gab sie seinen Jüngern, um sie den Menschen zu bringen. Er teilte auch die zwei Fische unter ihnen allen. Und alle aßen und wurden satt.
Auf einige zutiefst erschütternde Ereignisse aus der Geschichte Chiles wurde näher eingegangen. So ein Ereignis war im Jahr 1907 die Ermordung von 2000 Menschen, die für bessere Lebensbedingungen kämpften, durch das Militär. Ein weiterer Punkt war die Schließung von Kohlegruben und damit die Entlassung der Arbeiter im ohnehin schon ärmsten Gebiet im Süden des Landes. Auch die Diktatur unter Augusto Pinochet zwischen 1973 und 1989, während der viele Menschen getötet wurden und Viele verschwanden, gehört zu den härtesten des Landes. Letztendlich führt auch die Globalisierung dazu, dass ausländische Konzerne die Naturressourcen des Landes ausbeuten und materielle Güter zum höchsten Lebensziel für viele Männer und Frauen werden. Doch durch Gottes Hilfe konnten die Lasten leichter getragen werden und die Kraft der Solidarität wurde zum Zeichen der Hoffnung. In solchen Zeiten teilten die Menschen in Chile aus ihrer Armut heraus das Brot miteinander.
Aus Tüchern war vor dem Altar symbolisch das Land Chile gestaltet. Während des Gottesdienstes wurden Bilder des Landes und die Schlagworte zur Geschichte des Landes in diesem Bereich abgelegt. Gemeinsam gesungene Lieder umrahmten den Gottesdienst.




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