Liebe Wohltäter der indischen Mission,
Herzliche Grüße von Pfarrer Saju Thomas, Herz-Jesu, Rosenberg.

Es ist mir eine große Freude, Sie persönlich durch mein Schreiben erreichen zu können. Ich möchte Sie mit einem Zwischenbericht über das Straßenkinder-Projekt informieren, das Sie auch sehr unterstützt haben. Das Projekt ist für die Straßenkinder, die in den Slums von Karnal, im Bundestaat Haryana, etwa 130 km entfernt von der Hauptstadt Neu-Delhi, liegt. Das Projekt wurde unter der direkten Leitung von meinem Mitbruder Pater Ashwin IMS bisher überwacht, dessen neuer Nachfolger ist nun Pater Jeevan IMS.
In den Slums leben circa 750 Familien mit zahlreichen Kindern aus den anderen ärmeren Bundesstaaten aus Indien, die aus Bihar eingewandert sind. Dort sind sie ohne Grundstück, Arbeit und Nahrung und sind von Hungersnot bedroht. Jede Familie hat mindestens drei bis vier Kinder, die nicht in die Schule gehen, weil sie durch ihre Arbeit ihre Familien unterstützen müssen. Weil sie am Stadtrand leben, gehen diese Kinder in die Stadt, um aus dem Müll Plastiktüten, Eisen, Flaschen … usw. zu sammeln und sie zu verkaufen. Deswegen haben sie keine Zeit übrig, in die Schule zu gehen.
Seit einiger Zeit betreuen wir diese Kinder, um ihnen die elementaren Kenntnisse der Grundschule beizubringen, damit sie lesen und schreiben können oder mindestens, dass sie ihre eigenen Tagesgelder ausrechnen können. Dies ermöglichen wir für diese armen Kinder durch Lehrkräfte vor Ort in der Nähe des Wohngebietes. In drei Zentren bieten wir jeden Tag etwa zwei bis drei Unterrichtsstunden für 83 Kinder an und danach können sie ihre übliche Arbeit des Lebensunterhaltes mit der Mühlauswertung erledigen. Es ist wirklich ein großer Erfolg, dass nun circa 28 Kinder davon es geschafft haben, in die normale Schule, nämlich in die „St. Theresa Rainbow School“ einzutreten. Damit konnten wir diesen Kindern eine neue Perspektive und einen Lebenssinn vermitteln.
Wir haben für die armen Kinder Schulmaterialien, Kleidung, Fahrrad, einen kleinen Imbiss und Entgelt für die Lehrkräfte gegeben, unterstützt durch Ihre großzügige Hilfe. Weiter haben wir auch ihren Eltern teilweise materielle Hilfe angeboten. Wir haben durch Ihre Hilfe Folgendes noch geleistet: Zwölf Mütter haben Nähmaschinen bekommen, damit sie nicht nur Reparaturen ihrer eigenen Kleider machen können, sondern sie können etwas Geld durch ihre Näharbeit verdienen. Mein Mitbruder aus Fronberg bei Schwandorf, Pfarrer Thomas, war mit zwei Deutschen aus seiner Gemeinde dort. Sie überreichten diese Nähmaschinen an die Frauen, wie Sie auch aus den Bildern ersehen können. Zwei Väter bekamen vierrädrige Fahrrad-Rikschas, damit sie im Markt Gemüse oder einen kleinen Imbiss verkaufen können. Weil diese Menschen unter den gespannten Plastikfolien ohne Betten schlafen müssen, haben wir für 25 Familien faltbare Betten angeschafft, damit die Kinder nicht auf dem Boden schlafen müssen. 85 Familien erhielten Wolldecken für den Winter.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen im Namen dieser armen Slumkinder und Familien aus Karnal, Haryana, ganz herzlich danken. Es ist eine Hilfe, die ohne Verwaltungskosten direkt vor Ort durch meine Ordensmitbrüder in Indien geleistet wurde. Ohne Ihre Unterstützung hätten wir dies nicht geschafft. Dazu sage ich Ihnen ein großes Vergelt’s Gott und ein Dankeschön. Ich bin sehr dankbar, wenn sie weiterhin dieses Anliegen unterstützen können. Natürlich beten diese armen Menschen mit gefalteten Händen vor Gott für Sie und für Ihre Familie. Diese Hilfe, die sie im Verborgenen getan haben, wird der Herrgott, der alles im Verborgenen sieht, Ihnen entsprechend mit Liebe und Freundlichkeit entgelten. Möge Gott Ihnen seinen reichen Segen und seine Güte schenken!
Mit dankbarem Herzen,
Ihr Pfarrer Saju Thomas



 



 



 



 



 



 



 




Druckbare Version